Was ist unter Beschäftigungszuwachs zu verstehen?

 

Download alle Fragen & Antworten

 

Welcher Beschäftigtenstand wird als Referenzwert herangezogen?

Der Referenzwert ermittelt sich aus:

  • Anzahl der Beschäftigten VOR Entstehung des ersten zusätzlichen Arbeitsverhältnisses, das mit dem  Beschäftigungsbonus gefördert werden kann
  • Anzahl der Beschäftigten, jeweils zum Quartalsende, der vier vorangegangenen Quartale

Sollte der Tag vor Entstehung des ersten zusätzlichen Arbeitsverhältnisses auf ein Quartalsende fallen, werden lediglich vier Beschäftigtenstände erhoben.

Referenzwert:
Der höchste Beschäftigtenstand dieser Werte wird als Referenzwert vertraglich fixiert und bildet die Ausgangsbasis für die Berechnung der Zusätzlichkeit.

Beispiel:

Die erste förderungsfähige Arbeitnehmerin tritt am 15.08.2017 in das antragstellende Unternehmen ein. Die Beschäftigtenstände sind daher zu folgenden Stichtagen zu ermitteln:

  1. Stichtag: 14.08.2017
    (Beschäftigtenstand: 5 Personen = Anzahl der Beschäftigten VOR Entstehung des ersten zusätzlichen Arbeitsverhältnisses)
  2. Stichtag: 30.06.2017
    (Beschäftigtenstand: 4 Personen = Anzahl Beschäftigten zum Quartalsende)
  3. Stichtag: 31.03.2017
    (Beschäftigtenstand: 5 Personen= Anzahl Beschäftigten zum Quartalsende)
  4. Stichtag: 31.12.2016
    (Beschäftigtenstand: 6 Personen = Anzahl Beschäftigten zum Quartalsende)
  5. Stichtag: 30.09.2016
    (Beschäftigtenstand: 5 Personen = Anzahl Beschäftigten zum Quartalsende)

Der Höchstwert (Beschäftigtenstand: 6 Personen) wird vertraglich fixiert. Im gegenständlichen Fall kann eine Förderung für die am 15.08.2017 eingestellte Arbeitnehmerin beantragt werden. Durch die Einstellung steigt der Beschäftigtenstand zwischenzeitlich auf 6 Personen. Eine Förderung ist möglich, wenn zum Abrechnungsstichtag (d. h. am 14.08.2018) zumindest 7 Personen im Unternehmen beschäftigt sind (d. h. vor einer Auszahlung muss der Rückgang der Stammbelegschaft ausgeglichen werden).

 

Wann und wie wird der Beschäftigungszuwachs ermittelt?

Der Referenzwert wird mit dem zum Abrechnungsstichtag gültigen Beschäftigtenstand verglichen. Sofern ein Beschäftigungszuwachs vorliegt, gelangt der Zuschuss vollständig oder anteilig zur Auszahlung (zur anteiligen Auszahlung siehe Frage 5 im Abschnitt "Abrechnung und Auszahlung").


Welcher Mindestbeschäftigtenzuwachs muss nachgewiesen werden?

Voraussetzung für den Erhalt der Förderung ist der Nachweis der Zusätzlichkeit des Arbeitsverhältnisses. Zu diesem Zweck wird der Beschäftigtenstand zum Zeitpunkt der Förderungsabrechnung mit dem vertraglich fixierten Beschäftigtenstand (Referenzwert) verglichen. Die Förderung gelangt zur Auszahlung, sofern ein Zuwachs von zumindest einem Vollzeitäquivalent nachgewiesen werden kann. Ein Vollzeitäquivalent im Sinne de Richtlinie entspricht einer Wochenarbeitszeit von 38,5 Stunden. Dies gilt unabhängig von abweichenden kollektivvertraglichen Bestimmungen.


Setzt der Mindestbeschäftigungszuwachs eine zusätzliche Vollzeitstelle voraus?

Nein, der Mindestbeschäftigungszuwachs kann auch anhand mehrerer zusätzlicher Arbeitsverhältnisse nachgewiesen werden. Demnach begründen z. B.: zwei zusätzliche Teilzeitarbeitsverhältnisse mit einem Beschäftigtenausmaß von insgesamt 38,5 Wochenstunden die Förderungsfähigkeit.

 

Kann der Mindestbeschäftigungszuwachs durch die Aufstockung eines Teilzeitarbeitsverhältnisses zu einem Vollzeitarbeitsverhältnis nachgewiesen werden?

Nein, der Mindestbeschäftigungszuwachs kann durch die alleinige Aufstockung eines Teilzeitarbeitsplatzverhälnisses nicht nachgewiesen werden.


Wie ist der Beschäftigtenstand zu ermitteln?

Der Beschäftigtenstand umfasst mit Ausnahme von Lehrlingen und geringfügig Beschäftigten alle im antragstellenden Unternehmen beschäftigten vollversicherungspflichtigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und ist in Köpfen (= Anzahl der Personen) anzuführen. Dazu zählen auch:

  • karenzierte Arbeitnehmerinnen bzw. Arbeitnehmer,
  • Arbeitnehmerinnen bzw. Arbeitnehmer in Altersteilzeit,
  • Präsenz- und Zivildiener, die vor Antritt des Präsenzdienstes im antragstellenden Unternehmen angestellt waren,
  • vollversicherungspflichtige freie Dienstnehmerinnen bzw. Dienstnehmer,
  • vollversicherungspflichtige Praktikantinnen bzw. Praktikanten.

Nicht vollversicherungspflichtig und daher nicht in den Beschäftigtenstand miteinzubeziehen sind z. B.: Rechtsanwalts- oder Notariatsanwärter.

 

Ist das Stundenausmaß bei der Berechnung des Beschäftigtenstandes zu beachten?

Nein, für die Berechnung des Beschäftigtenstandes ist das Stundenausmaß nicht zu beachten. Auch Teilzeitarbeitsverhälnisse zählen als ein Kopf.


Wie ist der Beschäftigtenstand im Falle von Unternehmensübernahmen zu ermitteln?

Im Falle von Übernahmen im Sinne von § 3 AVRAG ist der Beschäftigtenstand auf Ebene des übergebenden und übernehmenden Unternehmens zu ermitteln und zu addieren.

Beispiel:

Unternehmen A (10 Arbeitnehmer) wird in das antragstellende Unternehmen B (5 Arbeitnehmer) eingegliedert. Der Beschäftigtenstand liegt daher bei 15 Arbeitnehmern.


Ist eine systematische Umwandlung von Voll- in Teilzeitarbeitsverhältnisse zur Erhöhung des Beschäftigtenstandes zulässig?

Nein, eine systematische Umwandlung von Voll- in Teilzeitarbeitsverhältnisse ist nicht zulässig. Zu diesem Zweck sind bei Abrechnung die gesamten Jahresbeitragsgrundlagen des antragstellenden Unternehmens nachzuweisen.


Ist der Beschäftigtenstand auf Konzernebene oder auf Ebene des antragstellenden Unternehmens zu ermitteln?

Bei Vorliegen eines Konzernverbundes ist der Beschäftigtenstand auf Ebene der antragstellenden Konzerneinheit, d.h. des einzelnen Unternehmens zu ermitteln.


Sind bei der Ermittlung des Beschäftigungsstandes Arbeitnehmerinnen bzw. Arbeitnehmer aller Betriebstätten des antragstellenden Unternehmens zu berücksichtigen?

Es müssen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aller Betriebstätten berücksichtigt werden. Die isolierte Betrachtung einer einzelnen Betriebsstätte ist nicht zulässig.


Sind bei der Ermittlung des Beschäftigungsstandes geliehene Arbeitskräfte zu berücksichtigen?

Nein, da kein Arbeitsverhältnis mit dem antragstellenden Unternehmen besteht. Leiharbeitskräfte fließen ausschließlich in den Beschäftigungsstand des Verleihers (Arbeitskräfteüberlasser) ein.


Welche Beschäftigtenstände haben neu gegründete Unternehmen zu ermitteln und nachzuweisen?

Neu gegründete Unternehmen (das sind Unternehmen, die in den letzten zwölf Monaten vor Entstehung des ersten zu fördernden Arbeitsverhältnisses durch die Eintragung ins Firmenbuch bzw. durch die Entstehung der Gewerbeberechtigung gegründet wurden) ermitteln alle verfügbaren Beschäftigtenstände und weisen diese bei Antragstellung nach.


Wie werden karenzierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei der Ermittlung der Beschäftigtenstände berücksichtigt?

Da das Arbeitsverhältnis aufrecht bleibt, sind karenzierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei der Ermittlung der Beschäftigtenstände zu berücksichtigen.


Werden im Ausland gemeldete Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von international tätigen Unternehmen bei der Ermittlung des Beschäftigtenstandes berücksichtigt?

Nein, es sind nur jene Arbeitnehmerinnen bzw. Arbeitnehmer zu berücksichtigen, die in Österreich pflichtversichert sind.


Wie erfolgt die Berechnung des Beschäftigtenstandes bei Betriebsneuansiedelung in Österreich?

Hier wird ein Beschäftigungsstand von null als Referenzwert fixiert.